Sechs „Zucker-Krankheiten“ und wo sie zu finden sind

Kreuz aus Zucker

Dass zu viel Zucker krank macht, ist längst kein Geheimnis mehr. Er verursacht jedoch nicht nur Diabetes und Karies. Auch unsere Organe und Zellen leiden unter einer zuckerreichen Ernährung.

Vor ungefähr einem Jahr erkrankten zwei mir nahestehende Menschen an Krankheiten, die beide eng mit einem hohen Zuckerkonsum zusammenhängen: Typ-2-Diabetes und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Diese Erkrankungen waren ein wichtiger Grund dafür, dass ich damit anfing, weniger Zucker zu essen. Ich begann auch mich über die Auswirkungen von Zucker auf die Gesundheit zu informieren. Was ich mir dabei schnell eingestehen musste: Das „süße Gift“ schadet unserem Körper auf ganzer Linie, von den überlebenswichtigen Organen bis in die kleinste Zelle. Und die Wissenschaft beginnt gerade erst, die ganzen Zusammenhänge zu verstehen.

Das Wissen um die Folgen von hohem Zuckerkonsum ist für mich die beste Motivation. Denn auch schlanke Menschen sind davor nicht gefeit. Selbst wenn du nicht übergewichtig bist, kann zu viel Zucker z.B. zu Gefäßverkalkungen oder einer Fettleber führen. Das heißt zwar nicht, dass du jetzt nie wieder etwas Süßes essen darfst. Allerdings sollte jeder von uns sich bewusst sein, dass Zucker genauso ein Genussmittel ist wie Alkohol und Zigaretten. Du solltest ihn in Maßen konsumieren und dir darüber im Klaren sein, dass jedes Gramm zu viel Spuren in deinem Körper hinterlässt.

Die sechs „Zucker-Krankheiten“

In diesem Beitrag möchte ich sechs Krankheiten unter die Lupe nehmen, die durch einen hohen Zuckerkonsum entstehen können:

  1. Typ-2-Diabetes
  2. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  3. Fettleber
  4. Krebs
  5. Alzheimer
  6. Karies

Viele dieser Krankheiten hängen natürlich auch miteinander zusammen. Eine Fettleber fördert z.B. die Entstehung von Diabetes. Diese wiederum begünstigt die Entstehung von Gefäßerkrankungen. Der Übersicht halber möchte ich sie aber einzeln anschauen.

Ich denke auch keineswegs, dass Zucker der alleinige Verursacher dieser Krankheiten ist. Viel hängt auch von den Genen und verschiedenen Umweltfaktoren ab. Und manchmal wird der Körper eben auch einfach alt. Aber wenn du z.B. eine nicht-alkoholische Fettleber hast, kannst du ihr mit einer Ernährungsumstellung wahrscheinlich gut entgegenwirken. Deswegen finde ich es durchaus richtig, sich diese Krankheiten im Zusammenhang mit Zucker anzuschauen.

Disclaimer: Die hier vorgestellten Informationen basieren auf meiner persönlichen Recherche und stellen keinen medizinischen Rat dar. Da sich der Wissensstand ständig ändert und verschiedene Forscher zu verschiedenen Schlüssen kommen können, übernehme ich keine Garantie für die Aktualität oder hundertprozentige Richtigkeit der Informationen. Dennoch habe ich die Recherche wie immer nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt.

1. Typ-2-Diabetes

Bei Diabetes Typ 2 ist die natürliche Regulation des Blutzuckerspiegels aus dem Lot. Es beginnt damit, dass der Blutzuckerspiegel aufgrund einer zuckerreichen Ernährung ständig erhöht ist. Um den Spiegel zu senken, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Das Hormon transportiert den Zucker in die Zellen, wo er in Energie umgewandelt wird. Kommt allerdings ständig Insulin an, reagieren die Zellen irgendwann nicht mehr. Sie werden insulinresistent. Um den Zucker trotzdem in die Zellen zu bekommen, schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus. Irgendwann erschöpft das Organ und der Blutzuckerspiegel bleibt ständig erhöht. Das schädigt auf Dauer die Blutgefäße, Nerven und Organe. Langfristige Folgen sind z.B. Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Doch gerade im Anfangsstadium kann Diabetes durch eine Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und Bewegung sogar wieder rückgängig gemacht werden.

2. Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Mittlerweile weiß man, dass Zucker nicht nur indirekt über Übergewicht und Diabetes zu Herz-Kreislauf-Problemen führt. Ein hoher Zuckerkonsum an sich erhöht bereits das Risiko. Warum genau das so ist, weiß man noch nicht. Ein Grund könnte sein, dass vor allem Fructose von der Leber in ungesunde Fettsäuren umgewandelt wird, die dann zu Gefäßverkalkungen führen. Eine andere Erklärung ist, dass ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel zur verstärkten Entstehung von freien Radikalen führt. Die sorgen dafür, dass weniger Stickstoffmonoxid im Körper verfügbar ist, welches normalerweise die Blutgefäße weitet. Sind die Gefäße zu eng, entsteht Bluthochdruck. Wahrscheinlich liegt die Ursache in vielen verschiedenen Faktoren. Wer sein Herz-Kreislauf-System schonen möchte, tut auf jeden Fall gut daran, weniger Zucker zu essen.

3. Fettleber

Vielleicht hast du ja schon einmal von der Fettleber gehört, die durch zu viel Alkohol entsteht. Die nicht-alkoholische Fettleber entwickelt sich bei zu vielen Kohlenhydraten und Zucker in der Ernährung. Besonders Fructose wird von der Leber in Fett umgewandelt und direkt in den Leberzellen eingelagert. Doch erst wenn die Leber sich vergrößert, merkt man erste Anzeichen wie verminderten Appetit oder Müdigkeit. Unternimmt man nichts, kann die Leber sich entzünden. Die Folgen können Leberzirrhose und sogar Leberkrebs sein. Außerdem erhöht eine Fetteleber wiederum das Diabetesrisiko (oder sie kann eine Folge davon sein). Die gute Nachricht: Eine Fettleber bildet sich schnell zurück, wenn man die Ernährung umstellt.

4. Krebs

Nicht gerade ein angenehmes und einfaches Thema. Ich will hier nicht behaupten, dass Menschen mit Krebs wohl besser weniger Zucker gegessen hätten oder dass man Krebs heilen kann, indem man auf Kohlenhydrate verzichtet. Dennoch scheint es einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Krebsrisiko und Zucker zu geben. Besonders die Speiseröhre, die Nieren, die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse scheinen betroffen zu sein. Zum einen ist Insulin für das Zellwachstum verantwortlich. Hohe Mengen an Insulin im Blut fördern damit auch das Wachstum von Krebszellen. Zum anderen benötigen Krebszellen Zucker, um zu überleben. Natürlich bekommt nicht jeder, der zu viel Zucker isst, automatisch Krebs. Dennoch denke ich, dass eine gesunde Ernährung helfen kann, das eigene Risiko zu reduzieren.

5. Alzheimer

Diese Erkrankung des Gehirns wird in manchen Medizinerkreisen als „Typ-3-Diabetes“ bezeichnet. Das Gehirn braucht zwar kein Insulin, um seine Zellen mit Glucose zu versorgen. Allerdings ist das Hormon an Denkprozessen beteiligt. Manchen Alzheimererkrankungen könnte also ein Art Insulinresistenz des Gehirns zugrunde liegen. Diabeteskranke haben demnach ein erhöhtes Risiko Alzheimer zu bekommen. Und auch im Gehirn schädigt ein hoher Blutzuckerspiegel die Gefäße und fördert Entzündungen. Außerdem wurde beobachtet, dass Zucker die Lernfähigkeit, die Konzentration und das Erinnerungsvermögen beeinträchtig. Ich kann das zumindest bestätigen: Nach einem großen Teller Nudeln habe ich große Schwierigkeiten, mich auch die Arbeit zu konzentrieren.

6. Karies

Zum Schluss geht es noch um eine weniger verheerende, aber dennoch schmerzhafte Krankheit. Karies heißt die Zerstörung der Zahnsubstanz, die im schlimmsten Fall zum Verlust des Zahns führt. Sie entsteht, wenn Bakterien in der Mundhöhle Kohlenhydrate zu Säure umwandeln. Am leichtesten geht das mit Saccharose (Haushaltszucker), gefolgt von Glucose und Fructose (z.B. aus Obst!). Die Säure greift den Zahnschmelz an, der das Zahninnere schützen soll. Unser Speichel kann allerdings die Säure wieder neutralisieren. Dann regeneriert sich der Zahnschmelz. Kommt aber immer wieder neuer Zucker hinzu, hat der Zahnschmelz nicht genug Zeit sich zu erholen. Irgendwann geht es dem Zahn dann an die Substanz. Besonders schädlich sind Limonaden, weil sie sowohl Zucker als auch Säure enthalten. Ein Kaugummi nach dem Essen hilft – oder einfach weniger naschen.

Fazit

Ich hoffe, dass dir diese Liste einen kleinen Eindruck vermitteln konnte, bei welchen Krankheiten Zucker überall seine Finger im Spiel hat. Ich habe auch schon gelesen, dass unsere kohlenhydrat- und zuckerreiche Ernährung bei Schilddrüsenerkrankungen, ADS/ADHS, Hautkrankheiten, Depressionen und chronischen Schmerzkrankheiten eine Rolle spielen könnte. Aber wie gesagt steht die Forschung hier noch ganz am Anfang. Ich denke, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, in wie weit er bereit ist, auf Genuss zu verzichten, um bestimmte Krankheiten vorzubeugen oder zu lindern. Ich selber weiß, dass es mir Cola oder Nutella nicht wert sind, meinen Körper unnötig zu belasten. Mein Lieblings-Zwetschgendatschi vom Bio-Bäcker als gelegentlicher Treat allerdings schon. Für alle Nicht-Bayern: Datschi ist einfach nur Blechkuchen 😉

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